Umschulung Steuerfachangestellte/r

Ob Buchführung, das Prüfen von Steuerbescheiden und die Bearbeitung von Steuererklärungen, das Erstellen von Lohn- und Gehaltsabrechnungen oder die Assistenz bei der Vertretung von Mandanten vor Gericht – die Aufgaben eines Steuerfachangestellten sind vielfältig. Steuerfachangestellte unterstützen Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Dienstleistungen und sind überwiegend in Büros und Kanzleien von Wirtschaftsprüfern, vereidigten Buchprüfern, Steuerberatern sowie von Buchprüfungs-, Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften anzutreffen. An der Schnittstelle zwischen Mandanten und den zuständigen Mitarbeitern der Finanzämter, sind Steuerfachangestellte die serviceorientierten Ansprechpersonen.

Inhaltsverzeichnis:


Über die Umschulung

Eine Umschulung, das Erlernen einer neuen Tätigkeit, kann aus unterschiedlichen Gründen infrage kommen. Sei es eine Krankheit, die eine weitere Ausübung der bisherigen Beschäftigung nicht mehr zulässt, oder die zunehmende technische Dynamisierung am Arbeitsmarkt, die den früheren Beruf nicht mehr vermittelbar macht.

Generell kann man drei Arten von Umschulungen unterscheiden:

  1. Betriebliche Umschulung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG)
    Ähnlich zur Ausbildung findet diese Umschulung in einem Betrieb statt. Parallel dazu kann der Umschüler den Unterricht einer Betriebsschule besuchen. Finanziert wird die Umschulung mit einer Ausbildungsvergütung oder durch Unterhaltszahlungen eines Leistungsträgers, wie z. B. der Agentur für Arbeit.

  2. Umschulung an einer Berufsfachschule
    Die Ausbildungsvergütung entfällt, währenddessen Schulgeld fällig wird. Bei entsprechender Antragsstellung und Begründung wird dies häufig aber auch übernommen.

  3. Umschulung bei einem Bildungsträger
    Der Bildungsträger organisiert die Ausbildung mittels Praktika in verschiedenen Betrieben, unterhält jedoch auch eigene Lehrwerkstätten oder Lehrfirmen, in denen die Ausbildung stattfindet.

Abgeschlossen wird die Umschulung entweder mit einem Gesellenbrief oder einem IHK-Abschluss.

Zugang

Die Zugangsvoraussetzungen können je nach Leistungsanbieter variieren: Allgemein sollte der Umschüler über einen Realschulabschluss und gute Kenntnisse in Mathematik, Wirtschaft und Deutsch mitbringen sowie über analytisches Denkvermögen verfügen. Bei geeigneter Vorqualifikation ist auch ein Hauptschulabschluss ausreichend. Erste Erfahrungen in der Datenverarbeitung sind ebenfalls förderlich. Gute Umgangsformen, eine sorgfältige und gewissenhafte Arbeitsweise, sind daneben Grundvoraussetzungen für einen erfolgreichen Einstieg als Steuerfachangestellter. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist für eine Umschulung nicht notwendig.

Umschüler, die nachweislich über mehr als 4,5 Jahren Berufserfahrung im Bereich des Steuerwesens bei Steuerberatern oder Wirtschaftsprüfern verfügen, können auch ohne vorherige Teilnahme an Umschulungsmaßnahmen zur Abschlussprüfung zugelassen werden. Dies gilt auch für Teilnehmer, die einschlägige fachspezifische Kenntnisse nachweisen können.

Verlauf

Die Umschulung zum Steuerfachangestellten erfolgt zum größten Teil in schulischer Form und dauert im Gegensatz zur klassischen Ausbildung zwei statt drei Jahre. Dies bedeutet für die Umschüler einiges mehr an Lernaufwand, da die gleiche Menge an Stoff in kürzerer Zeit bewältigt werden muss. Verschiedene Bildungsträger bieten aber auch eine Umschulung zum Steuerfachangestellten in einer Teilzeit-Variante nach drei Jahren an.

Für den nötigen Praxisbezug sorgen verschiedene Praktika während der Umschulung. Die Praktikumsdauer kann von Bildungsträger zu Bildungsträger variieren – mindestens jedoch drei Monate sollte das Betriebspraktikum dauern. Wie in der klassischen Ausbildung muss auch der Umschüler eine Zwischenprüfung absolvieren. Zielpersonen sind vor allem Arbeitssuchende, die sich für eine kaufmännische Tätigkeit interessieren. Den Abschluss der Umschulung bildet die Prüfung vor der Steuerberaterkammer, welche sich in einen mündlichen und einen schriftlichen Teil gliedert. Erfahrungsberichten zufolge empfiehlt es sich, vor der Prüfung einen Prüfungsvorbereitungskurs zu absolvieren. Einige Bildungsträger haben bereits einen exklusiven Block zur Prüfungsvorbereitung in ihr Curriculum integriert, aber auch der Steuerberaterverband bietet spezielle Kurse zur Prüfungsvorbereitung an.

Inhalte

Die Inhalte der Umschulung entsprechen den Inhalten der Ausbildung zum Steuerfachangestellten. Dennoch können aber inhaltliche Details und Schwerpunkte je nach Bildungsträger variieren.

Zu den Kerninhalten zählen:

Steuerwesen:

  • Abgabenordnung
  • Umsatzsteuer
  • Einkommenssteuer
  • Körperschaftssteuer

Rechnungswesen:

  • Buchführung
  • Jahresabschluss
  • Lohn- und Gehaltsabrechnung

Wirtschafts- und Sozialkunde:

  • Arbeitsrecht und soziale Sicherung
  • Schuld- und Sachenrecht
  • Handels- und Gesellschaftsrecht

Praxis- und Arbeitsorganisation

  • Zeitmanagement – Inhalt und Organisation der Arbeitsabläufe
  • Telefontraining
  • Geschäftskorrespondenz, Aktenvermerke

Karriereaussichten

Abgehende und fertige Steuerfachangestellte können sich über hervorragende Arbeitsmarktchancen in einem krisenfesten Berufsfeld freuen. Um den Überblick der sich ständig ändernden Steuergesetze nicht zu verlieren, ist kontinuierliche Fortbildung unerlässlich. Nach 10-jähriger Berufserfahrung steht auch Steuerfachangestellten eine Tätigkeit als Steuerberater ohne Studium offen. Ebenso bietet der Beruf des Steuerfachgestellten die perfekte Basis für eine fachspezifische Weiterbildung – z. B. zum Steuerfachwirt oder zum Bilanzbuchhalter.

Kosten/Finanzierung/Fördermöglichkeiten

Unter bestimmten Voraussetzungen wird eine Umschulung von der Arbeitsagentur gefördert. Mit der Ausstellung eines sog. Bildungsgutscheins werden alle Kosten übernommen, die mit der Umschulung in Zusammenhang stehen. Dazu kann die Übernahme von Fahrtkosten, der anteiligen Finanzierung einer Unterbringung, eine Verpflegungspauschale oder die Abnahme Kosten für die Kinderunterbringung gehören. Ein Bildungsgutschein wird aber nur bei bestehender oder drohender Arbeitslosigkeit gewährt und diese nur durch eine Umschulung abgewendet werden kann. Zudem wird häufig der Nachweis einer anderen abgeschlossenen Berufsausbildung oder dreijährige Berufstätigkeit des Antragstellers verlangt. Ob Ihnen eine Förderung durch einen Bildungsgutschein zusteht, klären Sie am besten in einem persönlichen Gespräch mit einem Mitarbeiter in einer Arbeitsagentur vor Ort.

Neben der Finanzierung durch einen Förderträger besteht auch die Möglichkeit, dass der Teilnehmer die Kosten für eine Umschulung selbst trägt.

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