Beruf Steuerberater
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Weiterbildung Steuerfachwirt

Steuerberater werden – Weiterbildung Steuerfachwirt/in

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Steuerfachwirte können durch ihre zusätzlichen berufsbezogenen Kenntnisse und Fertigkeiten innerhalb der Kanzleiorganisation eine gehobene Position einnehmen. Man kann die Tätigkeit des Steuerfachwirts auch mit den Worten „rechte Hand des Chefs”, „Kanzlei-/Bürovorsteher” oder – in größeren Kanzleien – „Abteilungsleiter” umschreiben.
Die qualifizierten Fachkräfte übernehmen verantwortungsvolle, berufsspezifische Aufgaben in einer Steuerberaterpraxis mit Sachverhalten aus dem Steuerrecht, Rechnungswesen und der Betriebswirtschaft. Vielfach befassen sich Steuerfachwirte neben der Lohn- und Finanzbuchhaltung, mit Steuererklärungen und Jahresabschlüssen sowie anspruchsvollen Mandaten. Sie bearbeiten außerdem z. B. außergerichtliche Rechtsbehelfsverfahren oder Erbschaft- und Schenkungssteuerfragen selbständig. Sie können auch den Schriftverkehr mit Mandanten und Finanzbehörden abwickeln oder inhaltlich komplexe Beratungsgespräche mit Mandanten vorbereiten. Steuerfachwirte können darüber hinaus Führungsaufgaben als Leiter einer Mitarbeitergruppe oder in der Lehrlingsausbildung wahrnehmen.

Bezüglich seines Ausbildungsprofils ist der Steuerfachwirt einem Bilanzbuchhalter und Bankfachwirt gleichgestellt.

Die Weiterbildung im Überblick

Für die Weiterbildung zum Steuerfachwirt in Teilzeitunterricht oder Wochenendseminaren sollten etwa ein bis zwei Jahre bis zur Prüfung eingeplant werden. Verschiedene Anbieter von Fernlehrgängen bieten die Weiterbildung in einem Zeitrahmen von etwa 18 Monaten an. Dabei werden die Lerninhalte auf einen längeren Zeitraum verteilt, um die Kombination von beruflicher Tätigkeit und gleichzeitiger Fortbildung zu erleichtern. Das Vertiefen der Unterrichtsinhalte nimmt einen sehr individuellen Zeitraum ein und kann daher abhängig von Vorbildung und bisheriger Berufstätigkeit stark variieren. Die Kosten für die Weiterbildung zum Steuerfachwirt liegen zwischen 1.500 und 2.600 Euro. Im Rahmen der Weiterbildung werden Inhalte aus folgenden Bereichen vermittelt:

Steuerrecht

  • Einkommenssteuer
  • Körperschaftssteuer
  • Gewerbesteuer
  • Umsatzsteuer
  • Erbschaft- und Schenkungssteuer
  • Abgabenordnung
  • Bewertungsgesetz

Rechnungswesen

  • Buchführung
  • Jahresabschluss nach Handels- und Steuerrecht

Grundzüge der Betriebswirtschaft

  • Jahresabschlussanalyse
  • Kosten- und Leistungsrechnung
  • Finanzierung

Grundzüge des Wirtschaftsrechts

  • Bürgerliches Recht
  • Handelsrecht
  • Gesellschaftsrecht
  • Sozialversicherungsrecht
  • Steuerberatungsrecht

Voraussetzungen

Als Voraussetzung für die Zulassung zur Weiterbildungsprüfung zum Steuerfachwirt/zur Steuerfachwirtin ist in der Regel die bestandene Abschlussprüfung als Steuerfachangestellter und danach eine dreijährige einschlägige Berufspraxis nötog. Anerkannt wird aber auch:

  • Eine bestandene Abschlussprüfung in einem anderen Ausbildungsberuf (z.B. als Rechtsanwaltsfachangestellte/r, Bankkaufmann/-frau, Industriekaufmann/-frau, Groß- und Außenhandelskaufmann/-frau) und danach eine fünfjährige einschlägige Berufspraxis
    oder
  • eine mindestens achtjährige einschlägige Berufspraxis

Wer durch die Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft macht, dass er über die nötigen Kenntnisse und Erfahrungen verfügt, kann ebenfalls zugelassen werden. Gegebenenfalls muss der Bewerber seinen Beschäftigungs- bzw. Wohnort im Bezirk der zuständigen Steuerberaterkammer haben oder die Prüfung zum Steuerfachangestellten/zur Steuerfachangestellten an der zuständigen Kammer abgelegt haben.

Karriereoptionen

Wer nach seiner Prüfung als Steuerfachwirt/in studieren möchte, kann (mit vorhandener Hochschulzugangsberechtigung) beispielsweise einen Bachelorabschluss in den Bereichen Betriebswirtschaft oder Finanzwirtschaft erwerben. Unter bestimmten Voraussetzungen ist ein Studium auch ohne Hochschulzugangsberechtigung möglich. Wer die Selbstständigkeit anstrebt, kann z.B. als freie/r Finanz- oder Lohnbuchhalter/in tätig werden.

Alle, die beruflich noch weiter vorankommen möchten, können perspektivisch die Steuerberaterprüfung ablegen. Dafür müssen jedoch sieben Jahre Berufspraxis nachgewiesen werden.