Steuerberaterprüfung – Voraussetzungen für die Zulassung

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Wer sich für das Steuerberaterexamen anmelden möchte, muss den Abschluss einer entsprechenden Ausbildung bzw. eines Studiums nachweisen. Zusätzlich zu dieser Vorbildung müssen praktische Berufserfahrungen vorhanden sein. Wir haben den Überblick über formale und persönliche Voraussetzungen.

Formale Voraussetzungen für die Zulassung zur Steuerberaterprüfung

Von der eigenen Vorbildung hängt ab, wie lange man berufspraktische Erfahrungen sammeln muss, um zum StB-Examen zugelassen zu werden. Die nachfolgende Grafik zeigt dies im Überblick:

Zulassung StB Prüfung

Mit “praktische Tätigkeit” ist gemeint, dass man mindestens 16 Wochenstunden auf dem Gebiet der von den Bundes- oder Landesfinanzbehörden verwalteten Steuern im Einsatz ist. Damit ist (logischerweise) der Kernbereich der Berufstätigkeit eines Steuerberaters gemeint. Dazu gehören dann auch Aufgaben wie vorbereitende Abschlussbuchungen oder die Anfertigung von Jahresabschlüssen.

Diese Tätigkeit muss nicht zwingend in Vollzeit sein, sondern kann auch als Teilzeit erbracht werden. Jederzeit müssen aber die genannten 16 Wochenstunden erbracht werden. Es gibt auch keine anteilige Anrechnung, á la “Normalerweise braucht man nach dem Bachelorabschluss 3 Jahre mit 16 Wochenstunden Berufspraxis; ich mache 6 Jahre mit 8 Wochenstunden”.

Die berufspraktische Tätigkeit muss weder fortlaufend noch innerhalb einer bestimmten Zeitspanne, also z.B. 3 Jahre am Stück, geleistet werden.


Was kann man (nicht) anrechnen lassen?

Es gibt ein paar Dinge, die man sich auf die Zeit der praktischen Tätigkeit anrechnen lassen kann. Das sind:

  • Gesetzlicher Mutterschutz, wenn die praktische Tätigkeit vom Mutterschutz unterbrochen wird. Erziehungsurlaub zählt aber nicht dazu.
  • Grundwehrdienst/ Zivildienst, der über einen Zeitraum von sieben oder zehn Jahren nachgewiesen werden kann.

Und es gibt viele Dinge, die man sich nicht als Voraussetzung für das Steuerberaterexamen anrechnen lassen kann:

  • Unterschreitung der 16 Wochenstunden aufgrund des Besuchs von firmeninternen und -externen Fortbildungen und Lehrgängen
  • Längere Krankheit (mehr als drei zusammenhängende Arbeitstage)
  • Beurlaubungen als Zeitausgleich für Überstunden bzw. als Bonusumwandlung durch Zeitguthaben
  • Sonstige Beurlaubungen (z. B. Sonderurlaub), die über den vereinbarten Erholungsurlaub hinausgehen.
  • Selbständigkeit, bei der man nicht unter fachlicher Aufsicht eines Steuerberaters stand


Persönliche Anforderungen

Voraussetzungen Steuerberaterprüfung ErnennungDie persönlichen Anforderungen spielen zwar nicht unmittelbar für das Prüfungsverfahren eine Rolle, sind aber für das anschließende Bestellungsverfahren von Bedeutung. So sollten angehende Steuerberater…

  • keinerlei Vorstrafen besitzen,
  • über einen festen Wohnsitz verfügen und
  • in geordneten Vermögensverhältnissen leben.


Kosten des Steuerberater-Examens

Die Bearbeitung des Prüfungsantrages sowie die Prüfung selbst sind kostenpflichtig. Die Höhe der Gebühren legt die zuständige Steuerberaterkammer fest. Für die Bearbeitung des Antrages sollte man ca. 200 Euro einplanen. Die Prüfungsgebühr ist deutlich höher und beträgt etwa 1.000 Euro. Nähere Informationen dazu erteilt die zuständige Steuerberaterkammer auf ihrer Internetseite bzw. in ihrer Gebührenordnung.

Weitere Kosten entstehen in der Prüfungsphase durch den Kauf von Lernmaterial sowie Fach- und Prüfungsliteratur. Auch die Vorbereitungslehrgänge können noch einmal locker einen vierstelligen Betrag kosten. Das hängt von der persönlichen und beruflichen Ausgangssituation des Kandidaten ab sowie davon, ob ein Fernstudium oder ein Präsenzkurs gebucht wird.


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