Steuerberaterprüfung: Kosten, Finanzierung & Förderung vom Arbeitgeber

Im Durchschnitt kostet die Steuerberaterprüfung zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Dazu zählen die Prüfungsgebühren der StB-Kammer, aber vor allem die Kosten für die Vorbereitungskurse. Wie kann man das finanzieren und wie können Arbeitgeber unterstützen? Wir haben einen Überblick.

Die Steuerberaterprüfung verschlingt nicht nur jede Menge Zeit und Nerven, sondern auch viel Geld. Der Abschluss des Steuerberaterexamens macht sich jedoch mittelfristig bezahlt – es ist also eine Investition, die sich lohnt.

Während Ihrer Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung werden viele verschiedene Kosten auf Sie zukommen – sei es für Vorbereitungskurse, Lehrmaterial oder eventuelle Übernachtungskosten. Damit Sie nicht im Dunkeln tappen, was die Kosten für die Steuerberaterprüfung angeht, haben wir Ihnen die verschiedenen Aufgaben aufgelistet. Auch finden Sie unterschiedliche Möglichkeiten das Steuerberaterexamen zu finanzieren.

Der große Kosten- und Finanzierungsüberblick

Steuerberaterexamen Kosten

Alles hat seinen Preis und das gilt besonders für die Steuerberaterprüfung. Zwar muss der nicht unerhebliche Einsatz an Kapital als Investition in die Zukunft gesehen werden. Dennoch müssen die entsprechenden Geldmittel für die verschieden Ausgabenposten erstmal aufgebracht werden. Glaubt man den Einträgen aus einschlägigen Foren, kommen auf einen Prüfungsteilnehmer zwischen 10.000 und 15.000 Euro, teilweise auch ein bisschen mehr, zu.

Die Kosten im Detail:

Kosten Vorbereitungskurs

Die richtige Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung ist das A und O. Abhängig, von ihrer beruflichen sowie privaten Situation und zu welchem Lerntyp Sie gehören, kann ein anderer Vorbereitungskurs für Sie in Frage kommen.

Die meisten Prüfungsteilnehmer mixen sich ihr individuelles Lernprogramm zusammen. Zum Beispiel, ein Vollzeit-Vorbereitungskurs in Kombination mit einem Klausuren-Fernkurs.

Mit einem Vollzeit-Vorbereitungskurse bewegen sie sich am oberen Ende der Preisspanne und sollten hier 3.000 bis 5.000 Euro einplanen.

Vollzeit-Anbieter vergleichen

Eine günstigere Alternative hingegen sind Steuerberater-Fernlehrgänge. Hier werden in der Regel zwischen 800 und 1.600 Euro fällig.

Fernlehrgangsanbieter vergleichen

Auch bei den meisten Klausurenkursen werden Sie keinen Kurs für unter 1.300 Euro finden.

Prüfungsgebühren

Hier werden 1.000 Euro Prüfungsgebühren und 200 Euro Zulassungsgebühren zur Steuerberaterprüfung fällig.

Kosten für Lehrmaterialien

Für die Steuerberaterprüfung müssen Sie eine ganze Reihe an Literatur anschaffen – die meisten Anbieter von Vorbereitungskursen geben, welche Textausgaben zu besorgen sind, bzw. welche zum Steuerberaterexamen zugelassen sind.

Auch hier können bei den ganzen Steuergesetzen und -erlassen sowie eventuellen Ergänzungslieferungen schnell bis zu 500 Euro zusammenkommen.

Bücher zur Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung

Sonstige Kosten

Wenn Sie sich für einen Vollzeitkurs zu Vorbereitung entscheiden, aber von Ihrem Arbeitgeber keinen bezahlten Sonderurlaub gewährt bekommen, müssen Sie auch mit den Kosten für den Verdienstausfall kalkulieren. Hier ist es ratsam sich vorher ein kleines finanzielles Polster angespart zu haben.

Auch wenn der Vorbereitungskurs nicht in der Nähe Ihres Wohnortes stattfindet, müssen Sie mit zusätzlichen Kosten für Anfahrt und Unterkunft planen.

Finanzierung und Förderung der Steuerberater-Weiterbildung

Um die Weiterbildung zum Steuerberater finanzieren zu können, sollte man am besten direkt ab dem Berufseinstieg jeden Monat mehrere hundert Euro zur Seite legen. Bei 200 Euro pro Monat hat man nach zwei Jahren fast 5.000 Euro angespart. Das ist schonmal eine gute Basis.

Prämiengutschein / Bildungsprämie

Der Bund übernimmt die Hälfte der anfallenden Kosten für Weiterbildungskurse und -prüfungen, maximal 500 EUR. Kurs darf also max. 1.000 Euro kosten

Voraussetzungen: mind. 25 Jahre alt, max. 20.000 Euro Einkommen im Jahr (40.000 Euro bei gemeinsamer Veranlagung), persönliches Beratungsgespräch

www.bildungspraemie.info

Regionale Förderungen

Brandenburg übernimmt bis zu 70% der Kosten, in Bremen und Rheinland-Pfalz gibt es einen Scheck über 500 Euro, in Hamburg und NRW bis zu 2.000 Euro. Das sind nur einige der zahlreichen Fördermöglichkeiten, die die Bundesländer anbieten.

Eine gute Übersicht bieten die Seiten von Dr. Bannas und Dr. Endriss.

Weiterbildungstipendium

Die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SSB) bietet jungen Menschen, mit einem besonders erfolgreichen Abschluss, Unterstützung bei der weiteren beruflichen Qualifizierung. Beim Weiterbildungsstipendium handelt es sich um ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Nähere Informationen zum Weiterbildungsstipendium finden Sie auf der Webseite der SSB.

KfW-Studienkredit

Anders als ein Bildungskredit, erfüllt der KfW-Studienkredit genau die Voraussetzungen, um ihn als Fördermöglichkeit für die Steuerberaterprüfung zu nutzen. Teilnehmer können, unabhängig vom Einkommen, monatlich bis zu 650 Euro erhalten sofern sie über eine deutsche Staatsangehörigkeit verfügen und jünger als 44 Jahre sind.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der KfW

Kosten steuerlich absetzen

Das brauchen wir Ihnen als Steuerexperte eigentlich nicht sagen, aber Sie können die Kosten natürlich als Werbungskosten absetzen. Wenn man schon genau weiß, welche Kosten in welcher Höhe anfallen werden, sollte man für den Lohnsteuerabzug einen Freibetrag beantragen, um mehr Nettogehalt ausgezahlt zu bekommen.

Unterstützung vom Arbeitgeber

Auch viele Arbeitgeber fördern ihre Mitarbeiter auf dem Weg zum Berufsziel Steuerberater. Es gibt einen bunten Strauß voller Fördermöglichkeiten, die je nach Arbeitgeber sehr unterschiedlich ausfallen können.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Unterstützung der Freistellungsphase vor dem Steuerberaterexamen durch bezahlte Zusatzurlaubstage
  • Bezahlte Freistellung vor der mündlichen Steuerberaterprüfung
  • Kostenzuschuss
  • Prämie bei Bestehen der Prüfung

Beispiele für die Förderung der Kosten der Steuerberater Ausbildung

Wir haben einige Beispiele gefunden:

  • Der Landwirtschaftliche Buchführungsverband gewährt einen Kostenzuschuss in der Höhe von maximal 5.000 Euro. Darüber hinaus sind ein Ansammeln von Urlaubstagen und teilweise unentgeltliche Freistellung bis zu sechs Monaten für die Vorbereitung auf die schriftliche Prüfung möglich.
  • Bei BDO gibt es laut eigenen Angaben großzügige Unterstützung der Freistellungsphase vor dem Steuerberaterexamen durch bezahlte Zusatzurlaubstage sowie bezahlte Freistellung vor der mündlichen Steuerberaterprüfung.
  • PwC unterstützt die Prüfungsvorbereitung zum StB oder WP durch ein Förderungsbudget von bis zu 13.000 € (bezahlte Freistellungszeit).

Erfahrungsberichte: So haben andere Steuerberater die Weiterbildung finanziert

Wie heißt es so schön – “grau ist alle Theorie”. Daher wollten wir es ganz praktisch wissen und haben Erfahrungen zur Finanzierung eingeholt:

Christoph, seit 2015 Steuerberater und Vorbereitungslehrgang beim Lehrgangswerk Haas

Ich habe mir einige Jahre vorher regelmäßig Geld zur Seite gelegt und damit das komplette Examen (Vollzeitvorbereitung, somit inkl. “Gehaltsausfall”) von meinem Ersparten finanziert, ohne jegliche Darlehen.

Pascal, seit 2015 Steuerberater und Vorbereitungslehrgang an der Akademie Henssler

Meine Steuerberatervorbereitung habe ich durch ein Darlehen meiner Mutter finanziert, mit 15 TEUR kommen Sie bei der Vollzeitvorbereitung beim Lehrgangswerk Haas oder Akademie Henssler auch gerade so hin.

Kosten Steuerberaterprüfung – eine kluge Investition

Auch wenn die Kosten für das Steuerberaterexamen sehr hoch sein können ist es doch eine gute Investition! Denn langfristig werden Sie ihr Gehalt als Steuerberater deutlich steigern können, sodass sich Ihre Investition in die eigene Zukunft und in eine erfolgreiche Karriere schnell amortisiert haben wird.

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